Einfach leben – damit andere einfach leben können – das ist ein Spruch, den fand ich mal richtig gut. Inzwischen bin ich mir nicht sicher – denn er beinhaltet ein eingeschränktes Denken. Ich muss mich zurücknehmen, um anderen nichts wegzunehmen. Ist das wirklich wahr? Können alle Menschen, die das wirklich wollen, in Fülle auf unserer schönen Erde leben? Oder ist es nicht schon jetzt so, dass jedes Fleckchen zugebaut, jeder Fluss begradigt, jeder Bodenschatz ausgebuddelt wird?

Braucht der Mensch einen Ferrari, um glücklich zu sein? Braucht er einen Luxusurlaub in einem Hotel oder auf einem Kreuzfahtschiff? Braucht er einen Golfplatz? Braucht er oder sie einen begehbaren Kleiderschrank und ein ganzes Zimmer für die Schuhe? Warm haben reiche Leute ein Haus mit 10 oder mehr Schlafzimmern und wohnen dennoch wie im Möbelhaus darin? Wie viel in unserem Leben ist Ersatzbefriedigung, Angeberei, Angst, Statusdenken?

einfach leben ohne Auto

Am Ende des Tages kann das jeder nur für sich selbst entscheiden.

Wieviel Fülle braucht das „einfache Leben“?

Jedes Jahr, wenn ich einige Zeit auf einer Insel verbringe, spüre ich das Glück des einfachen Lebens. In der eigenen Wohnung häufen sich so viele Dinge an im Lauf der Zeit. In einer kleinen, einfachen Ferienwohnung braucht es nicht viel, um glücklich zu sein. Wichtig ist die Natur ringsherum – sie inspiriert, gibt Kraft, ist wunderschön.

Es ist wunderbar, jeden Tag genügend zu Essen zu haben – aber es ist auch schön, sich einfach mal für einen Fastentag zu entscheiden, und zu spüren, wieviel Energie fasten geben kann.

Es ist wunderbar, mit den Freunden und Bekannten über Whatsapp und Facebook verbunden zu sein – aber es ist auch schön, wenn mal keine Handy Aufmerksamkeit verlangt.

Es ist wunderbar, eine erfüllende und kreative Arbeit am PC zu haben – aber es ist auch schön, einfach mal am Meer zu sitzen, den rollenden Steinen zu lauschen, die salzige Luft zu atmen.

Einfach leben und Meditation

Meine Erfahrung ist, je mehr ich meditiere, achtsam bin und mich nach innen wende, desto weniger Dinge benötige ich im Außen. Sie fallen einfach ab, ohne dass ich mich eingeschränkt fühle.

Einfaches Essen macht mich satt und innerlich zufrieden – Zucker hingegen lässt mich abends unzufrieden den Kühlschrank umkreisen, und das Kochsalz der Industrienahrung macht mich durstig nach gesüßten Getränken.

Ein Buch lesen lässt mich ruhiger werden als ein Kindle-Book auf dem Tablet.

einfach leben Buch lesen statt kindle

Ein Spaziergang im Wald mit meiner Charlotte, das Beobachten der schönen Himmelsfarben gibt mir mehr Glücksgefühle als eine Shoppingtour durch die Stadt, die mich nur müde macht und zum Kaffee greifen lässt.

So sorgt ein einfaches Leben dafür, dass ich innerlich ruhiger in die Meditation hineingehe, und die Meditation gibt mir das Gefühl, vollständig zu SEIN, nichts zu brauchen.

Mein Gedanke ist, mit einem Leben in Fülle ist die innere Fülle gemeint. Wenn wir im achtsam im Hier und Jetzt leben, im Vertrauen in uns und das Leben, dann wissen wir, dass alles da ist – genau dann, wenn wenn uns danach verlangt.

Wir müssen kein Wissen „anhäufen“

wenn die innere Stimme erwacht, wird jede Frage beantwortet. Ein Beispiel? Eines Morgens, als ich mich zur Meditation setzte, dachte ich so: Wie kann ich schlanker werden, ohne mich beim Essen einschränken zu müssen. Ich esse ja nicht viel, aber mein Körper scheint auch wenig Nahrung zu brauchen. In der Meditation kam die Antwort: sag deinem Körper, dass er mehr Energie verbrennen soll. Ach so geht das, dachte ich mir. Ab sofort sage ich jedesmal beim Essen meinem Körper, dass er mehr Energie verbrennen soll.

Ebenso fällt es einfach ab, Besitz anhäufen zu müssen.

Alles ist da, im Feld aller Möglichkeiten. Leben wir verbunden mit unserer Schöpferkraft, so wählen wir aus dem Feld aller Möglichkeiten eine aus und erschaffen uns genau das, was es braucht, um diese Möglichkeit zu leben. Der Informationsdienst Wissenschaft veröffentlichte 1998 einen Artikel, dass Wissenschaftler beobacheten, dass sich Teilchen wie Wellen verhalten können. Allerdings taten sie das nur, wenn keiner sie beobachtet. Was wie ein Widerspruch klingt, wurde so inszeniert, dass die Beobachtung nur indirekt erfolgte, um die Teilchen nicht zu beeinflussen.

Das Experiment wies nach, dass der Einfluss des Beobachters auf das, was tatsaechlich geschieht, mit der Intensitaet der Beobachtung wächst.

Das wiesen Forscher des Weizmann-Institutes mit einer Versuchsanordnung nach.

Wie kommen wir nun selbst vom Teilchen-Modus in den schöpferischen Wellen-Modus?

Joe Dispenza erläutert diesen Vorgang in seinen Büchern. Grigori Grabovoi hat sogar ein Gerät gebaut, welches unsere Aufmerksamkeit vervielfacht, um den Vorgang zu verstärken. Ich arbeite derzeit mit beiden Methoden, um das Gutshaus Klaber in einen Ort wie Avalon zu verwandeln. Das hat zwar erst mal nichts mit dem einfachen Leben zu tun, weil so ein altes Gutshaus eine Menge Geld verschlingt, um erst mal richtig bewohnbar zu sein. Aber langfristig möchte ich hier Menschen bewusst machen, wie sie einfach leben können – achtsam Gemüse und Obst anbauen und verarbeiten, achtsam atmen, um Energie aus sich selbst heraus zu gewinnen, achtsam mit ihren Gefühlen umzugehen, um in Liebe und Harmonie mit allen Menschen zu leben.

12 Tipps für ein einfaches Leben

einfach leben vom chaos zur ordnung
  • Atme für 5 Minuten am Tag bewusst ein und aus, achte dabei nur auf den Atem
  • Bevor du etwas kaufst, halte inne, und frage dich einmal „brauche ich das wirklich?“, oder schlafe eine Nacht darüber. Vieles, was wir dringend haben müssen, ist 3 Tage später nicht mehr dringend oder ganz verschwunden
  • Bereite dein Essen selbst zu, mit liebevollen Gedanken und vielleicht kannst du zumindest selbst gezogene Sprossen ernten – dieses Essen hat viel mehr Energie, auch wenn es weniger Kalorien hat
  • Gehe täglich in den Park, auf einen Hügel, an einen Fluss oder See oder in einen Wald – je nachdem, was du in der Nähe findest – auch wenn du keinen Hund hast. Nimm die Farben wahr, atme den Duft, betrachte die Formen ganz bewusst um dich herum.
  • Mache deinen Kühlschrank und Vorratsschrank einmal leer, bevor du Neues kaufst. Du wirst staunen, wie viel da drin ist, bevor du wirklich etwas kaufen musst.
  • Faste einen Tag in der Woche. Am Anfang ist das schwierig, aber dein Körper stellt immer leichter von der Kohlehydrat- auf die Fettverbrennung um. Genieße die Leichtigkeit und Unabhängigkeit, nutze die frei gewordene Zeit für deine Lieblingsbeschäftigung.
  • Miste den Kleiderschrank einmal aus, sortiere alles aus, was du länger als ein Jahr nicht getragen hast. Fühle die Leichtigkeit, die dadurch entsteht.
  • Hast du sonst einen Platz in deiner Wohnung, der ganz laut „räum mich auf“ ruft? Oder einen Keller, eine Gartenecke? Dann nutze den nächsten Sonntag und folge der Einladung. Das ist wie bei Frau Holle, mit der Goldmarie. Es bringt so viel Leichtigkeit ins Leben, wenn die Handlungsspannung abgebaut ist. Und lass dich nicht durch Spontaneinkäufe im Internet oder sonstiges davon abbringen 😉 Unser Unbewusstes reagiert darauf, wenn wir unsere Absprachen mit uns selbst einhalten – oder auch nicht.
  • Hast du eine belastende Gedankenschleife im Kopf? Lass sie los, ersetze sie durch einen anderen Gedanken. Neid, Angst, Groll lassen uns im Mangelzustand verharren. Wir fühlen uns ungeliebt, und das führt zu Verdrängungs-Käufen und sonstigen Ablenkungen.
  • Du gehst mit Freunden in ein Restaurant? Teile dir eine Portion mit jemandem. Iss sie ganz langsam und bewusst, kleine Häppchen, langsam kauen, und sprich erst, wenn der Mund leer ist. Du wirst merken, dass du von der halben Portion satt bist.
  • Denk einmal darüber nach, welches deiner Besitztümer dich eher belastet als beglückt. Lass es los, verkaufe es, verschenke es, verleihe es. Ich selbst habe mein Auto verkauft und lebe jetz „Car Sharing“ auf dem platten Land. Das führt zu etwas mehr Planung, aber ich genieße es, mich nicht mehr um den TÜV, den Reifenwechsel und den Marder in meinem Auto kümmern zu müssen. Der Gewinn ist größer als die Einschränkung.
  • Teste mal für 2 Wochen, wie es sich anfühlt, nur pflanzliche Nahrungsmittel zu essen. Dabei empfehle ich, das Essen selbst zuzubereiten, ohne viel „Ersatzprodukte“. Diese sind voll mit Fetten, Mono- und Diglyceiden von Speisefettsäuren, Zucker aller Art und lassen dich nicht in den Zustand der Zufriedenheit kommen. Verwende rohes Kokosöl statt Butter, einfache vegane Brotaufstriche, Kartoffeln oder Nudeln mit Gemüse (mit angebrateten Zwiebeln statt Geschnetzeltes), Salate. Einfach nur das Fleisch, die Butter, den Käse mal weglassen. Und achte darauf, wie du dich damit fühlst. Bei mir hat es dazu geführt, dass ich Vegetarier geworden bin…

Und sing mit deinen Kindern oder auch alleine mal ein Lied

Du kennst keins? Wenn dir bei dem Lied kein Lächeln ins Gesicht gezaubert wird, weiß ich auch nicht mehr weiter 🙂

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