Die Intuition ist ein göttliches Geschenk, der denkende Verstand ein treuer Diener. Es ist paradox, dass wir heutzutage angefangen haben, den Diener zu verehren und die göttliche Gabe zu entweihen.

Albert Einstein

Was unterscheidet Intuition vom Denken?

Intuitiv können wir komplexe Sachverhalte schnell (blitzartig) und komplex erfassen. Alle Gehirne und Nervenzentren sind daran beteiligt. Die Intuition funktioniert bei kopflastigen Menschen oft im Schlaf oder im Einschlaf-Vorgang besser als im wachen Zustand.

Das reine Denken findet im Gehirn statt, und ist sehr begrenzt im Erfassen komplexer Sachverhalte. Wir können es eher für praktische Dinge verwenden. Naturgemäß sollten wir dafür wach und präsent sein.

Impulse, deren Entstehung wir nicht erklären können, tauchen in uns auf. Suchen wir nach einer Lösung für ein Problem, haben wir mitunter nachts einen Gedankenblitz. Deshalb legen sich Autoren oder Erfinder Zettel und Stift auf den Nachttisch. Es kann sein, dass der Gedanke am Morgen schon wieder verschwunden ist, wenn der rationale Verstand das Zepter übernimmt.

Intuition komponiert ein neues Bild

Während das rationale Denken hauptsächlich auf unseren Erfahrungen beruht, auf Analyse, Zahlen, Daten, Fakten, steht das intuitive Wahrnehmen für das spontane Schöpfen aus dem Unbewussten, aus morphologischen Feldern. Jeder kennt das Phänomen: Ich habe ein Problem, finde keine Lösung, rufe jemanden an, und während ich dem das Problem erkläre, fällt mir die Lösung ein.

Oder es sitzen mehrere Menschen zusammen, philosophieren über einen Gedankengang, und in uns entstehen Gedanken, die wir noch nie gedacht haben. Wir fragen uns, wo sie herkommen. Viele Speaker vertrauen auf ihr intuitives Wahrnehmen, welche Fragen im Raum stehen, und bauen ihre Rede darauf auf.

Das Schreiben von wirklich guten Texten, das Kreieren von aussagekräftigen Bildern, alle schöpferischen Prozesse entstehen unbewusst. Wir wissen nicht wie, und plötzlich ist etwas Neues da, und der Funke springt über vom Künstler zum Betrachter.

Warum sollten wir das intuitive Wahrnehmen trainieren?

Intuition entwickeln, der inneren Stimme lauschen

„Die Überbewertung von analytischen Fakten, das heißt von Entscheidungen, die alleine auf nachvollziehbaren Gründen beruhen, führt dazu, dass dass viele Menschen sich immer mehr in einem Käfig von Angst und Befürchtung befinden. Intuition kann man nicht begründen. Das führt dazu, dass wir versuchen, Entscheidungen von außen absichern zu lassen, etwa durch Beratungsfirmen oder komplizierte Computerprogramme. Die Auswirkung diesreer defensiven Haltung gegenüber der Intuition spürt die gesamte Gesellschaft. Riesige Kosten, viele Fehlentscheidungen und Aufschu der Probleme sind die Folgen.“

Professor Dr. Gerd Gigerenzer, Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Jeder kennt sie: die spontan richtigen Entscheidungen, die auch einer rationalen Prüfung standhalten. Warum also haben wir Angst davor? Weil wir auch das Gegenteil kennen: die spontan falschen Entscheidungen, die uns öfter im Gedächtnis bleiben.

Um weniger falsche Entscheidungen zu treffen, sollten wir unterscheiden lernen zwischen unserem Wollen, egoistischen Zielen und dem, was unsere Seele möchte. Nicht jede Eingebung kommt von der inneren Stimme.

Wie können wir Intuition trainieren?

Wer seiner inneren Stimme folgen möchte, muss Kontrolle und exakte Planbarkeit ein Stück weit aufgeben. Das macht uns für unsere Mitmenschen wenig vorhersehbar. Nicht jeder kommt damit zureckt. Das heißt, als erstes sollten wir uns erlauben, unserer Intuition zu folgen, sie ernst zu nehmen, ihr zu vertrauen.

Je öfter wir der inneren Stimme vertrauen, desto lauter spricht sie mit uns. Sie ist wie ein Muskel, sie wächst bei Benutzung.

Dann geht einer lauten inneren Stimme die Selbsterkenntnis voraus. Wir sollten uns selber erforschen, was treibt uns an, was bewegt uns, was wollen wir wirklich, was ist nur „aufgesetzt“, ein Wunsch von außen? Je besser wir uns kennen, desto besser können wir die innere Stimme von anderen Stimmen aus dem Ego unterscheiden. Menschen mit starkem Geltungsbedürfnis sollten zuerst an der Selbstliebe arbeiten.

Durch Rückkopplung von positiven Signalen auf intuitive Entscheidungen kann der Prozess an Dynamik gewinnen. Durch übermäßige Kritik von außen oder innen kommt er zum Stillstand oder kehrt sich um.

Grigori Grabovoi zum Beispiel gibt uns in den Tageskonzentrationen Aufgaben, welche intuitives Erfassen komplexer Zusammenhänge fördern. Beispielsweise ist eine Aufgabe, mit einem Blick einen ganzen Raum zu erfassen. Oder die Funktionsweise eines komplexen Gerätes. So erfassen wir Systeme in ihrer Ganzheit, anstatt das Ganze auseinanderzubauen.

Die Zirbeldrüse und ihr Zusammenspiel mit intuitiven Entscheidungen

So, wie wir in Gruppen von Menschen das morphogenetische Feld der uns umgebenden Personen mit unserer intuitiven Wahrnehmung erfassen, kann unsere Zirbeldrüse das Höhere Selbst, die beste Version unseres Selbst befragen und entsprechende Entscheidungen treffen.

Wir fühlen uns dann „angebunden“, Wissen „laden wir herunter“. Jeder, der das schon mal erlebt hat, weiß, dass er auf dem richtigen Weg ist. Auch Channeln wäre so ein „Herunterladen“. Allerding ist beim Channeln, wenn andere Menschen dabei sind, der Wunsch an Bord, möglichst tolle Ergebnisse und tiefschürfende Erkenntnisse zu haben. Das könnte das Ergebnis verfälschen.

Je mehr wir unsere Zirbedrüse reinigen, desto besser funktioniert Intuition. Und nicht nur die – auch die anderen Sinnesorgane werden sensibler. Wir werden insgesamt feinfühliger bis hin zu Hellfühligkeit und Hellsicht.

Grigori Grabovoi beschreibt diese Hellsicht als kollektive Fähigkeit von Menschen. Je mehr Menschen daran arbeiten, um sie bei sich selbst zu entwickeln, umso mehr kommt die Fähigkeit wieder zu den Menschen, zu jedem einzelnen zurück.

Intuition und Manipulation

Wer seiner inneren Stimme folgt, ist kaum noch manipulierbar. Es entsteht wahre Stärke. Wenn wir das Gute erkennen (oder in allem, was ist, das Gute erkennen), kann uns keiner mehr erzählen, was das Gute ist. Sofort erfassen wir seine Motive und können besser Entscheidungen für unser Leben, unser höheres Selbst treffen.

Das Hinterherlaufen hinter äußeren Werten, der blinde Herdentrieb, verschwinden mit der Wiederentdeckung der intuitiven Entscheidungsfindung aus dem höheren Selbst heraus. Das höhere Selbst oder die beste Variante von uns möchte zum Vorschein kommen. Lassen wir aus dieser Quelle unser Leben lenken, werden wir genau das: die beste Variante von uns selbst.