Atmen lernen – für mehr Energie und Entspannung

Atmen lernen? kann ich doch – denkt sich der Laie. Im Atem steckt viel mehr, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt. Einiges habe ich hier zusammengetragen.

Wir atmen täglich – Erwachsene 12 bis 16 Atemzügen pro Minute in Ruhe; bei körperlicher Anstrengung können es bis zu 45 Atemzüge pro Minute werden. Neugeborene atmen bist zu 40x pro Minute. Je älter die Kinder sind, desto langsamer wird der Atem. Da das irdische Leben mit dem Einatmen des 1. Atemzugs beginnt und mit dem Ausatmen des letzten endet, sollte man meinen, wir können atmen.

Atmen lernen

Warum sollten wir also atmen lernen?

Der Atem ist vielfältiger als gedacht. Was jeder sofort feststellt: nicht nur körperliche Aktivität erhöht die Atemfrequenz, sondern auch die emotionale. Fühlen wir Stress und Angst, bis hin zu Panik, scheinen wir gar nicht genug Luft zu bekommen, egal wie schnell wir „Luft holen“.

Andersherum funktioniert es genau so: Atmen wir bewusst langsamer, entspannen wir uns. Im Yoga lehrt man verschiedene Atemtechniken, da kommt es darauf an, wie lange wir einatmen, ausatmen, den Atem anhalten, durch welches Nasenloch geatmet wird und vieles mehr.

Rüdiger Dahlke ist u.a. bekannt für den verbundenen Atem. Er hat schon früh erkannt, dass er durch Atem auch physische und psychische Heilung bewirken kann.

Die indischen Weisen berichten, dass tiefer, langsamer Atem das Leben verlängert. Die Mediziner messen, dass unser Atem Einfluss hat auf den ph-Wert des Blutes.

Im Mazdaznan (ursprüngliches Yoga) kennt man Atem-Techniken zur Verbesserung der Funktion der Sinnesorgane, also schärfer sehen, klarer hören, bis hin zur Erweckung des Hellsehens.

Übrigens nur drei Prozent der in unserem Körper anfallenden Schlackenstoffe werden mit der Verdauung ausgeschieden, sieben Prozent mit dem Harn, 20 Prozent über die Haut, aber die restlichen 70 Prozent über den Atem. Das schreibt Leonard Orr, der Begründer des „Rebirthing“.

Es gibt Menschen, die meinen, man kann sich Übergewicht wegatmen. Nun, wir wollen das hier auf der Seite etwas näher beleuchten.

Atmen bestimmt den Rythmus unseres Lebens, schwingt den Taktstock – im Lauf des Lebens wie im Lauf des Tages.

Tiefes Atmen begünstig die Verdauung, massiert alle inneren Organe und den Darm.

Das Atmen lernen ist unsere große Chance, Extase – das Tabuthema des Westens – gefahrlos zu erleben und ihre und unsere Tiefe zu erfahren. Dem Osten waren der Atem und mit ihm Prana, die Lebenskraft, seit jeher wentliches Anliegen auf dem Weg der Selbstverwirklichung. … Weder Medizin noch Psyhologie haben bisher annähern entdeckt, welche Chancen er für die Gesundheit, das psychische Wohlbefinden und die innere Entwicklung darstellt.

Rüdiger Dahlke in „Jetzt einfach Atmen“

Bewusste Lebensweise und Atmen lernen

Im Zitat von Rüdiger Dahlke wird deutlich, dass Atmen und Bewusstsein eng verbunden sind. Ich konnte das im Atemkurs von Meike Nittel erfahren. Von Trauer über Freude und das tiefe Gefühl des Verbundenseins konnte ich im Atemfluss reisen.

In der offiziellen Geschichtsschreibung wird von Kriegen, Regierungsformen, Aufständen, Rebellionen, Eroberungen, wissenschaftlichen Entdeckungen und Fortschritt berichtet. Wer aber zählt die Menschen auf, die sich auf die Suche nach Glückseligkeit, Einheitserfahrungen, höheren Bewusstseinszuständen machen? Es ist eine tiefe Sehnsucht eines jeden Menschen, die im Tagesgeschäft oft untergeht. Aber in ruhigen Minuten erhebt sie ihre Stimme, und wer sie hört, geht auf die Reise – innerlich und vielleicht äußerlich.

Diese Erfahrungen eröffnen uns einen viel tieferen Blick in die Zusammenhänge der Welt als alle Bücher und Filme. Wir erleben sie in uns, lebendig, eher in 5D als in 3D. Sie können, ähnlich wie Nahtod-Erfahrungen, unser ganzes Leben verändern. Nur ohne die Gefahr des Sterbens, jedenfalls wenn wir den Atem und die Meditation dafür verwenden. Bei manchen Substanzen und Pilzen sieht es mitunter anders aus.

Tiefes Atmen kann bewusstseinserweiternde Erfahrungen bewirken.

Im Atem zeigt sich Verbundenheit

Das Atmen verbindet uns auf allen Ebenen mit der Pflanzenwelt.

Auf der sichtbaren Ebene sieht unser System von der Luftröhre bis zu den Bronchien aus wie ein Baum mit Blättern, der auf dem Kopf steht. Der Stamm ist die Luftröhre, die Bronchialäste sehen aus wie große Äste. Diese verästeln sich immer weiter bis in die Lungenbläschen, die Blätter.

Und genau wie die grünen Blätter der Bäume stehen sie für den Gasaustausch, und genau wie die Lunge gegenüber dem Baum auf dem Kopf steht, findet der Gasaustausch umgekehrt statt. Das Blatt nimmt CO2 auf und gibt Sauerstoff ab, die Lunge nimmt Sauerstoff auf und scheidet Kohlendioxid aus. Wie innen, so außen, das alte hermetische Gesetz.

An solchen Stellen erfasst mich immer eine Ergriffenheit, wenn ich sehe und fühle, wie die Energien ihren Ausdruck finden in der Welt der Materie.

Über den Atem sind wir mit allen Menschen verbunden.

Die Luft lässt sich nicht trennen. Einer atmet ein, der andere aus. In unserm Körper sind Abermillionen von Kleinstlebewesen, das sogeannte Mikrobiom. Es ist unser inneres Ökosystem. Dieses tauschen wir umso mehr aus, je näher wir Menschen uns sind. Das Mikrobiom dominiert nicht nur unsere Verdauung, sondern unsere gesamte Gesundheit, unser Denken, unser Immunsystem, selbst unsere Intelligenz.

In unserer Familie bildet sich ein ähnliches Mikrobiom, wir nehmen es mitunter als „Familiengeruch“ wahr, wenn wir eine Wohnung betreten.

Das Atmen verbindet uns mit uns selbst

Das Herz als Organ der Liebe und der Seele ist eng mit den Lungenflügeln verbunden, gewissermaßen hat das Herzzentrum Flügel, um damit in die Welt zu fliegen. Dafür dürfen die Flügel erst einmal entfaltet werden. Das Herzzentrum sitzt nicht wie das Herz links im Körper, sondern in der Mitte.

Die Lunge gibt die Lebenskraft, Prana, an das Herz weiter. Dieses verteilt sie im gesamten Körper. Sind wir emotional, atmen wir schneller – das Herz braucht mehr Energie. Im Indischen wird der Atem „Atman“ genannt, die große Seele Mahatma. Großer Atem – große Seele.

Was passiert, wenn wir unseren Atem bewusst intensivieren – tiefer und schneller atmen? Unsere Lebensenergie vervielfacht sich.

Das schönste Geschenk des verbundenen Atems wird uns überreicht, wenn der Atem eine Zeit lang stillsteht. Dann sind wir im Gefühl der Einheit, der Verbundenheit mit uns und allem. Wir erfahren unseren Seelengrund. Und das ist über das Atmen vermutlich viel schneller zu erreichen, als mit jeder anderen Meditationstechnik.

Und je freier man atmet, desto mehr lebt man.

Theodor Fontane

Verbundener Atem – eine ganzheitliche Therapie

Rüdiger Dahlke entdeckte die Technik des verbundenen Atmens für psychische und physische Gesundheit. Wer tiefer eintauchen möchte, dem empfehle ich sein Büchlein „Jetzt einfach atmen“. Dieses Buch enthält Atemübungen, Hintergründe, und eine CD. Es kann eine Atemreise in der Gruppe nicht ersetzen, aber ergänzen.

Rüdiger Dahlke beschreibt den verbundenen Atem als „inneren Arzt“, der sich um die ganzheitliche, langfristige Heilwerdung kümmert.

Atemausflüge sind Nah- und Fernreisen zugleich. Vorher kann man nicht wissen, wohin die Reise geht, aber immer fühlen wir uns danach befreit. Neben der Seele profitiert der ganze Körper davon.

Diese Organe und Organsysteme profitieren von der Reise

  • Nieren – die Ausscheidung wird angeregt, deshalb sollte man zwei Stunden vorher nichts trinken, dafür im Anschluss umso mehr
  • Darm – das Zwerchfell massiert den gesamten Darm, deshalb eignet sich die Atemreise für den Ausklang einer Fastenkur
  • Leber – sie wird durch den verbundenen Atem besser durchblutet
  • Fettgewebe, besonders am Bauch – es gerät in Bewegung, und manch einer erhält den Impuls, es nachhaltig zu reduzieren
  • Haut – in der Atemsession fühlen wir bereits das Prickeln, welches auf vermehrte Durchblutung hinweist.
  • Gehirn – es taucht tief in die Welt der Bilder und Emotionen ein, und vielleicht erlebst du die Stille der Einheit

Das Kraut des Internisten und das Messer des Chirurgen heilen von außen, doch der Atem heilt von innen.

Paracelsus

Die Seele genießt die 2 Stunden des verbundenen Atmens

Unsere höheres Selbst spricht zu uns währen der Reise, wir können lauschen, was es uns zu sagen hat, ganz mühelos. Es kann sich ein Zustand des „geatmet werden“ einstellen, ein Zustand der All-Verbundenheit. Wir können den inneren Reichtum sehen, das gibt uns Mut und Kraft, unsere Lebensziele umzusetzen.

Vielleicht lösen sich direkt innere Blockaden, wir gewinnen Erkenntnisse, so dass das Leben unserer Träume mit etwas Disziplin in erreichbare Nähe rückt.

Also, breite deine Flügel aus, fühle dein Herz, und fliege.

Verbundener Atem Rüdiger Dahlke Atmen lernen

Rechtlicher Hinweis: Alles Bilder wurden mit einer CC-Lizenz erworben. Für die Buchempfehlung auf Amazon erhalte ich eine kleine Vergütung, wenn du den Link benutzt. Danke für die Wertschätzung – herzliche und geflügelte Grüße

Cornelia